Goldschmuck – verkaufen, kaufen, bewahren

Wer von euch hat keinen Schmuck in einer Schatulle oder Schublade liegen? Sei es, weil er nicht mehr gefällt, nicht mehr passt – oder auch nie gefallen hat (tja, solche Erbsünden soll es ja geben). Schmuck aus Edelmetall wie Gold, Silber, Platin ist definitiv zu schade, um sein Dasein in einer vergessenen Kiste zu fristen. Die Lösung: trennt euch von ihm. Ich zeige euch wie.

Was ist Goldschmuck wert?

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen verschiedenen Legierungen: das startet mit 333, 585, 750 und 900, 916, 986. Dabei zeigt die Zahl jeweils den prozentualen Anteil des Goldes an. Also bei 333 Gold, habt ihr einen Anteil von 33,3 Prozent. 999 ist Feingold und daher nicht als Schmuck sondern als Münze oder Barren zu finden. Früher waren die Unterscheidungen nicht so fein und mach sprach von Karat: 8, 14, 18, 21,6 – das entspricht 333, 585, 750, 900. Dies sind die in Deutschland gängigen Legierungen. 

Wenn ihr andere Karat-Angaben auf dem Schmuck findet, handelt es sich meist um Gold aus anderen Kulturkreisen – da solltet ihr euch nicht auf Stempel, sondern nur auf das Ergebnis eines Säureprüfsets verlassen. Auch wenn sonst Zweifel an der Herkunft besteht, ist das wichtig.

Gold ist nicht gleich Gold. Es kann gelb, weiß oder rot sein. Dies ist für den Preis des Materials nicht entscheidend – aber manchmal bei den verarbeiteten Schmuckstücken schon von Bedeutung.

Die Marktpreise aller Edelmetalle findet ihr tagesaktuell bei der Scheideanstalt.

Das Gewicht des Metalls wird mit diesem Preis multipliziert und ergibt den möglichen Ankaufspreis. Ein seriöser Ankäufer nimmt davon zwischen 20 und 25 Prozent als Bearbeitungsgebühr. 

Schaut euch die drei Goldketten an (von links nach rechts) – der Tagespreis ist heute aktuell: 

  • 750 Gold, 23 g, Tagespreis 24,50, reiner Goldwert 564.-
  • 585 Gold, 74 g, Tagespreis 19.-, reiner Goldwert 1406.-
  • 585 Gold, 34 g, Tagespreis 19.-, reiner Goldwert 646.-

Wo kann Goldschmuck hin?

Es gibt sowohl im Internet als auch im richtigen Leben viele Möglichkeiten Gold zu verkaufen. Allein Google liefert mir in 0,61 Sekunden über 15 Millionen Angebote. Ganz klar, dass da viele ein Geschäft machen wollen. Wer Gold verkaufen will sollte unbedingt auf folgende Dinge achten:

  1. Über den Tagespreis des Goldes aktuell informieren (da merkt ihr schnell, wenn jemand mit falschen Zahlen arbeitet)
  2. Materialprüfung nur in eurer Anwesenheit. Professional wird das Schmuckstück über einen feinen Schleifstein gerieben und dann mit unterschiedlichen Prüfsäuren behandelt. Keinesfalls mit einer Feile Material vom Goldschmuck abreiben lassen!
  3. Nicht mehr als 20-25% Bearbeitungsgebühr
  4. Am besten als Schmuckstück und nicht als Material verkaufen (das geht nur bei Händlern, Pfandleihern und Goldschmieden vor Ort)

Ringe, Ohrringe aus Gold

Da sind oft Steine mit verarbeitet. Diese gehen einerseits vom Goldgewicht ab, haben andererseits aber nur bei den ganz edlen Steinen (Diamant, Rubin, Smaragd) auch selbst einen eigenen Wert. Der Verkauf lohnt sich hier seltener, als man meint. Beispiele:

  • Blaue Steine, 333 Gold, 4 g (mit Steinen!), reiner Goldwert 33.-
  • Goldring, 585 Gold, 12 g, reiner Goldwert 228.-
  • Bernstein, 9 Karat, 9 g (mit Stein), reiner Goldwert (5g) 60.-

  • Ohrring, 585 Gold, 8g (die Steine sind mini), reiner Goldwert 152.-

Einige dieser Schmuckstücke haben so viel Eleganz und Charme (und Geschichte), dass es mir weh tuen würde, sie für so wenig Geld her zu geben oder gar einzuschmelzen.

Der Ring mit den blauen Steinen ist aus den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts (und von Annes Oma), der Goldring ist von einem tollen Goldschmied, der Bernstein wahrscheinlich aus dem Orient. Und bei dem Ohrring gibt es leider nur den einen, sonst wäre der Wert (und die Möglichkeit ihn zu verkaufen) natürlich deutlich höher. Nur den Ohrring würde ich für seinen Goldpreis verkaufen…

Goldschmuck als Geschenk

Natürlich klimpern nach dem Verkauf ein paar Münzen mehr in eurer Tasche. Doch ich würde zuvor unbedingt noch mal meine liebsten Menschen fragen, ob sie den Schmuck nicht haben/tragen wollen. Klar wandelt sich der Geschmack auch bei Schmuck – aber das Gute ist – so manche Mode kommt zurück. Den Schmuck der Mutter finden viele old Fashion und untragbar, den der Oma aber wieder cool 😉

Dies ist ein Grund, warum ich Gold (und anderen Schmuck) gerne kaufe und auch verkaufe. Viele der alten Stücke sind aufwendig und liebevoll gearbeitet und es tut weh, sie nur auf den Materialwert zu reduzieren.

Einige Goldschmiedinnen sehen das auch so und verkaufen die Stücke lieber mir, als der Scheideanstalt. Denn Goldschmuck hat eine zweite Chance verdient!

Krempels

Krempels

Manche nennen mich Herr Krempels - aber Kunst & Krempel ist nur eine Leidenschaft - weder Name, noch Zustand. Wenn du ebenfalls dieser Leidenschaft frönst, freue ich mich über Fragen und Anregungen.
Gruß Guido
Krempels

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